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| Foto: Dave Bullock |
Vor drei Jahren kam Danny Chijioke in Österreich an, in der Erstaufnahmestelle Traiskirchen. Als Asylwerber zur Untätigkeit verurteilt, wurde ihm der Lageralltag bald unerträglich. So gründete Danny eine Gospeltruppe. Aber schon nach wenigen Auftritten kam das jähe Ende: Unterbringung gemäß Bund-Länder-Vereinbarung. Die Musiker wurden auf verschiedene Bundesländer verstreut. Ein neuer Heimplatz, derselbe triste Alltag. Für Chijioke, der sich plötzlich in Reutte wiederfand, Grund genug, wieder von vorne zu beginnen – mit hörenswertem Ergebnis: „The Ayakata Dance Group Of Africa“ (ADGA) hat am 17. März 2007 ihre erste CD präsentiert. STEFFEN ARORA
Unsere Musik ist zum Tanzen gemacht“, sagt Sänger und Leaddrummer Chijioke, wenn er das Album „Come Dance My Music“ beschreibt. Er selbst stammt aus Ibo, dem Gebiet im Südosten Nigerias. Dort habe er die Musik sprichwörtlich schon mit der Muttermilch aufgesogen. Der Spross einer „sehr musikalischen Familie“ war bei Auftritten seiner Mutter, „als Sängerin eine lokale Berühmtheit“, schon im zarten Alter von acht Jahren an den Kongas mit dabei. Mit seinen jetzigen Bandkollegen verbindet ihn neben der Musik auch die Herkunft. Sie alle sind Ibo. Das schlägt sich im Sound nieder, wie Chijioke erklärt: „Viele Songs sind im Stile der Musik Südostnigerias gehalten, aber wir haben auch Elemente anderer Gegenden einfließen lassen.“
Die Idee zur Produktion einer eigenen CD kam nach den ersten Auftritten zustande. Das große Problem dabei war die Finanzierung. Einer „richtigen Arbeit“ darf wegen des Asylwerberstatus keines der Bandmitglieder nachgehen. Zwar haben fast alle Erfahrung und ein kleines Zubrot als freie 20er-Verkäufer gesammelt, doch für eine CD-Produktion reichte das Geld bei Weitem nicht. So kam eine „alte Freundin“ ins Spiel, die Chijioke aus Reutte kennt. Sie hatte ihm kurz nach seiner Ankunft einen Auftritt besorgt und ihm so 2005 wieder den Einstieg in die Musik ermöglicht. Diese „Frau aus Reutte“ half schließlich der ADGA aus der finanziellen Not und ermöglichte die CD-Produktion. „Ihr ist Lied Nummer fünf gewidmet“, verrät der Bandleader. Chijioke war bei der Produktion „immer dabei“ und ist mit dem Endprodukt „sehr zufrieden“. Nicht zuletzt, weil „auch unser Tontechniker gelernt hat, die Musik zu verstehen“.
Auf dem beschwerlichen Weg zur fertigen CD habe die Gruppe viel Unterstützung erhalten, etwa von der afrikanischen Community in Tirol. Von öffentlicher Seite hatte man sich nichts erwartet und auch nichts bekommen. Nur einen Appell möchte Chijioke gerne „an die österreichische Regierung“ richten: „Sie sollten uns erlauben, uns zu integrieren, zu arbeiten und Geld zu verdienen.“ Er spielt damit auf die Möglichkeit an, mit seiner Musik auch wirtschaftlichen Erfolg zu haben. Schon ein simpler Auftritt im angrenzenden Ausland wäre für die Asylwerber unmöglich: „Wir dürfen das Land nicht verlassen.“
Doch für den Moment hofft die ADGA vor allem auf tanzwütiges Publikum bei den anstehenden Shows. Mittlerweile begleiten die Gruppe eine Tänzerin und ein Tänzer, deren Choreografien ebenfalls Chijioke verantwortet. Für die Zukunft plant er jedoch mehr: „Ich würde gerne Weiße in die Gruppe integrieren, als TänzerInnen. Das kann ich mir gut vorstellen.“ Musik ist für ihn die beste Form von Integration: „Weil man damit die Menschen in ihren Herzen erreicht.“
Zum Thema Ayakata Dance Group of Afrika finden Sie einen Filmbeitrag auf der Homepage von Innsbrucks erstem Internet-TV zzapp.tv: http://www.zzapp.tv/
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